Bist du narsch?! 4 Gründe, warum ich Google+ verlassen habe

Warum sollten Nutzer Google+ verlassen, wo doch alle Social Media Berater dieses Netzwerk gerade in höchsten Tönen loben? Nun, ich habe meine Gründe. Und die mag ich hier auflisten.

Im Wesentlichen sind es vier Punkte (ich versuche, die chronologische Reihenfolge beizubehalten):

  1. Google’s fehlender Einsatz für die Belange der Nutzer gegenüber der NSA
  2. Ars Technica: Google’s iron grip on Android: Controlling open source by any means necessary
  3. Jürgen Fenn auf Diaspora*: Social Networks sind nicht auf Archivierung ausgelegt
  4. Google’s Änderungen der Nutzungsbedingungen

Google’s fehlender Einsatz für die Belange der Nutzer gegenüber der NSA

Ich war ziemlich enttäuscht nach der Schließung von Lavabit, dass Google nicht seine Marktmacht dafür eingesetzt hat, ein wenig die Muskeln spielen zu lassen. Ich sehe in dem Unternehmen zwar unheimliches Potential und Expertise, aber ich würde mir ernsthaft wünschen, dass die Benutzer im Fokus stehen. Das beißt sich wohl mit der Agenda des Unternehmens. Für mich sind die Konsequenzen ein Rückzug aus dem Netzwerk (sofern möglich), Unterstützung für das FirefoxOS von Mozilla und OpenSource-Projekten wie Diaspora*.

Okay, manche mögen mich einen Freak bezeichnen, aber ich stimme mehr und mehr Richard Stallman zu, dass die Technik und das Internet auch Auswirkungen auf die Gesellschaft haben – und wir deswegen mehr OpenSource oder besser noch Freie Software lancieren müssen. Von Freier Software hält mich momentan noch ab, dass sie der kommerziellen Nutzung im Wege steht.

Ars Technica: Google’s iron grip on Android: Controlling open source by any means necessary

Über Diaspora* bin ich auf einen Artikel bei Ars Technica aufmerksam geworden. Es geht darum, wie in jüngerer Vergangenheit immer mehr Anwendungen des Android Open Source Projects in den Play Store gewandert sind und bei der Gelegenheit der Quellcode depubliziert wurde. Zwar gibt es das Argument, dass dieser Schritt notwendig ist, um den Wildwuchs der Carrier zu beschneiden, aber mir gefällt die Entwicklung nicht. Ich bin gespannt, wie sich Ökosystem um Firefox OS entwickeln wird. Mir ist es wichtig, dass Informationen frei fließen können und jeder Zugang dazu hat. Das deckt sich auch ziemlich gut mit Mozillas Mission. Und ja, hier gibt es Überschneidungen zur Vision hinter Google, die Informationen des Internets verfügbar zu machen. Nur ist Mozilla eine Non-Profit-Organisation 😉

Jürgen Fenn auf Diaspora*: Social Networks sind nicht auf Archivierung ausgelegt

Weiteres Futter zu meiner Entscheidung kommt von Jürgen Fenn über Diaspora* (Registrierung zum Lesen erforderlich! Hab’s noch nicht von einem anderen Pod als Geraspora getestet/testen lassen). Da ich stark davon ausgehe, dass viele noch nicht auf Diaspora* angemeldet sind, hier eine Kurzfassung:

Jürgen Fenn ist seit seinem Interneteintritt begeistert vom damaligen Usenet. Dann hat er die Entwicklung hin zu Foren und Wikis beobachtet. Später ist der Fokus auf Blogs gewandert und seit Kurzem in die Sozialen Netzwerke. Im Gegensatz zu früheren Zeiten sind Soziale Netzwerke nicht primär auf die Archivierung und Strukturierung von Wissen ausgelegt. Da die Informationen meistens auch in die Hände US-Amerikanischer Unternehmen wandern, kann nicht garantiert werden, dass sie dem Nutzer „gehören“ und er sie mitnehmen kann. Vielmehr sind sie ein Schlachtfeld von PR-Managern.

Da mir Wissen sehr wichtig ist, möchte ich die Konsequenzen daraus ziehen und einen Schritt zurückrudern: Ich blogge. Auch, um Erkenntnisse anderen zugänglich zu machen. Daneben habe ich mich schon in den Wikis einer OpenSource-Projekten engagiert und beispielsweise Artikel übersetzt.

Google’s Änderungen der Nutzungsbedingungen

Heute hat Google also die Nutzungsbedingungen umgestellt, wie sie im Watchblog vor einem Monat angekündigt wurden. Mein Fazit bestand in einem nächtlichen Marathon, um alle meine Inhalte zu löschen. Es hat nicht ganz gereicht, so dass derzeit (und womöglich auch später) noch Beiträge existieren und ich noch nicht ca. 100 Leuten auf ihren Blogs oder Twitter folgen konnte. Dafür hab ich jetzt den RSS-Feedreader meines Smartphones in die Knie gezwungen ^^°. Meine Beobachtungen bzgl. des RSS fasse ich in einem anderen Artikel zusammen.

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