Ich hab’s getan!

Ich bin einer Partei beigetreten. Der Piratenpartei. Ja, genau, dieser chaotische, zerstrittene, vielfältige Haufen Verrückter 🙂 Aber das kenn ich ja …

Die Mitglieder stammen bekannterweise überwiegend aus dem IT-Bereich und zumindest im Open-Source-Segment sind die Leute manchmal auch … komisch drauf. Für mich ist es ein Ausdruck von Kreativität, der mich anspricht und mit dem ich gut klarkomme.

Aber der Rückhalt in der Bevölkerung sieht gerade nicht so rosig aus. Immerhin 2,2 % – wobei ich mir gar nicht einmal sicher bin, ob man hier von „Stammwählern“ reden kann. Dazu müsste ich mir die Zahlen wirklich noch einmal in Ruhe anschauen und vergleichen, wie groß der Anteil in den Wahlkreisen mit dem der letzten Bundestagswahl ist.

Wie dem auch sei, ich möchte hier einige Gedanken aus der Wahl zusammenfassen. Es ist ja keine Analyse im eigentlichen Sinne, da ich dafür noch zu jung bin. Aber mitunter findet sich ja der eine oder andere interessante Impuls 😉

Ich hab einen Artikel im Internet gelesen, der die Frage nach der Wahlkampfstrategie der Piratenpartei aufwarf. Immerhin waren sie ja lange beliebt und hätten mit Leichtigkeit eine Agentur mit der Strategie beauftragen können. Haben sie nicht. Der Wahlkampf wurde in Eigenregie geführt. Was mich zu der Frage führt, welche Zielgruppe die Piratenpartei ansprechen möchte. Natürlich kann man jetzt sagen: Die ganze Bevölkerung. Aber das ist nicht sinnvoll.

Die Menschen kommunizieren und informieren sich unterschiedlich. Wenn ich jetzt überwiegend junge Menschen beobachte, sehe ich viele mit Smartphone/Tablet/E-Reader umherlaufen. Hier kommen digitale Kommunikationskanäle eher an. Wenn ich ältere Leute beobachte, sollte über Fernsehen, Radio und Zeitungen informiert werden. Das kann beispielsweise über Gastbeiträge oder Spots geschehen. Ich bin mir sicher, dass sich in der Piratenpartei Menschen mit Ahnung in Sachen Marketing finden. Diese können dann zum Beispiel abschätzen, wann die „beste Sendezeit“ ist.

Daneben ist die Frage aber auch noch in der Hinsicht wichtig, als dass die Sprache an das Publikum angepasst werden sollte. Ich hab mir einmal den Spaß gegeben und das komplette Wahlprogramm der Piratenpartei gelesen. Wirklich. Dabei hab ich mir an einigen Stellen ein Wörterbuch gewünscht. Okay, ich versteh viele Begriffe oder kann mir einen Reim drauf machen, aber wenn man einen Duden zum Lesen des Programms braucht, läuft irgendwas schief …
Und auch hier ist das Publikum bedeutend. Welche Bilder kommen gut an? Kann ich Anekdoten berichten? Wie … formuliere ich griffige Beispiele, um mein Vorhaben zu verdeutlichen? Das klappt bei den Vorüberlegungen zum Europa-Wahlprogramm gerade besser.

Bei dem letzten Punkt bin ich mir nicht sicher, ob ich jetzt nicht Leute verprellen werde. Mir ist es aber wichig genug, um das Risiko einzugehen. Also lasst mir bitte den Kopf auf den Schultern, ja?
Es geht um’s Menschenbild. Im Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2013 finde ich bei den Piratenpartei die Vorstellung eines selbstbestimmten, informierten Bürgers, der vernünftige Entscheidungen treffen kann. Darauf zielen dann auch die ganzen Informations- und Transparenzaktionen ab. Aber entspricht es der Wirklichkeit? Ich mein, schaut euch doch einmal an, was ihr zum Familienbild eines Pasta-Herstellers äußert. Oder über die Spenden eines Automobilkonzerns. Oder zur Ausstattung eines Kirchenhauses. Sicher, Kritik ist angebracht, aber die sollte nicht die Schwelle zur Beleidigung überschreiten. Leute, es geht auch sachlicher 😉 Eure Wut könnt ihr in der Kneipe oder im Fitnesszentrum rauslassen …

Deutschland geht es gut.

Diesen Satz hat man von Frau Merkel des Öfteren im Wahlkampf gehört. Er stimmt gewissermaßen auch, ist aber nicht gerade auf die Bemühungen von Union und FDP zurückzuführen, wie sich bei genauerer Analyse herausstellt. Interessierte die Leute aber offensichtlich nicht. Daraus ergibt sich bei mir die Konsequenz, ob wir als Piraten wirklich von diesem Bild ausgehen können. Oder müssen wir wirklich weichgespülte Nachrichten bringen, um meinungsBILDende Zeitungen die Botschaft zu den Leuten tragen zu lassen? Mir würde es nicht schmecken, aber wie kommen wir sonst mit den Leuten in’s Gespräch, von denen wir wünschen, dass sie ihr Kreuz mal nicht bei den großen „Volksparteien“ setzen sollen?

Ich behalte mir das Recht vor, unliebsame Kommentare zu löschen und beleidigende, diffarmierende, ehrabschneidende usw. Inhalte ggf. zur Anzeige zu bringen.

Advertisements

Ein Gedanke zu “Ich hab’s getan!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s